Chronik
So fing vor über 50 Jahren alles an:
In den Jahren 1954/1955 wurde hinter dem Horrheimer Rathaus von ein paar Unentwegten im Freien eine ungestrichene Platte aufgestellt und darauf gespielt. Später nahm sich der Sportverein der Sache an und es wurde 1955 eine TT-Abteilung gegründet.
Das erste Spiellokal war das alte Clubhaus in der Maulbronner Strasse. Vor jedem Spiel musste da das Mobiliar noch aus dem Clubhaus entfernt werden, um wenigstens Platz für eine Platte zu haben. Das erste Spiel fand gegen Pinache statt, dies wurde allerdings noch verloren. Das zweite Spiel fand gegen eine Vaihinger Mannschaft statt, dieses Ergebnis ist nicht mehr belegt. Bekannt davon ist nur noch, dass mit den Fahrrädern angereist wurde. Dabei wurde ein Spieler auf der „Stange“ mitgenommen. In Vaihingen wurde der Tross dann von der Polizei angehalten. Der Betroffene sagte dann zum Polizist, er könne ihn nicht mitnehmen, sein Rad sei voll belegt!
Die Begeisterung damals war so groß, dass bis zu 50 Zuschauer zu den Spielen kamen. Davon träumen wir heute noch. Die Räumlichkeiten des alten Clubhauses waren dann aber für den Spielbetrieb so ungeeignet, dass der Verein das alte Jugendhaus (ehem. HJ-Heim) für die TT-Abt. gewinnen konnte. Dort war dann auch ein richtiger Spielbetrieb auf zwei Platten möglich. Dort stand auch der berüchtigte Ofen. Dieser war für die Gegner immer ein ungewohntes Hindernis, sodass dieser für so manchen Punkt für das Horrheimer Team sorgte. Der Übungsabend war damals der Montag, weil der Spieler W.Faigle (Friseur) nur montags frei hatte. Als dann G. Keck u. die Gebrüder Wößner Horrheim verliesen, rückten andere Spieler wie M. Mayer, R. Palesch, R. Wezstein, W. Barfuß, H. Felkl u. J. Müller nach. Diese Formation spielte dann bis 1968 im Horrheimer Jugendhaus, von den Älteren und auch im Horrheimer Sprachgebrauch das „HJ“ – Heim genannt.
Damals war auch das Gasthaus „Zum Rebstock“ das Lokal nach dem Training. Im Nebenraum beim „Wilderer“ wurde so mancher Stiefel ausgekippt. Auch dem Ötisheimer Spielführer Knöller wurde dort von seinen eigenen Mitspielern nach einem „richtigen Umtrunk“ übel mitgespielt. Wenn dann die Zeit fortgeschritten war, mussten wir „TT-Buben“ mit der Wirtin Frau Schelling noch Binokel spielen. Als Lohn gab es dann Knödel und Sosse die vom Sonntag übrig waren. Wir kamen dann Montags so spät nachhause, dass die ganze Woche schon kaputt war. Im Saal des Rebstockes hatten wir zu der Zeit auch einmal ein „Freundschaftsspiel“ gegen Ergenzingen ausgetragen, das dann zum Schluss mit einer Schlägerei endete. Auch damals war man schon mit Eifer bei der Sache.
Ab 1969 wurde dann das Spiellokal in das Kleintierzüchterheim verlegt. Dort konnte man schon 4 Platten aufstellen. Das war dann schon der Durchbruch zu einer richtigen Abteilung. Zu der Zeit kamen dann auch die Vaihinger Spieler A. Tusch, E. Murza, M. Ballier zu uns. Da waren wir dann eine richtig starke Truppe. Gemeinsam sind wir dort zum erstenmal in die Bezirksklasse aufgestiegen. Wir konnten da erstmals die damals starken Mannschaften von Enzweihingen und Vaihingen schlagen. Die Gemeinschaft wurde dort, immer freitags, beim gemeinsamen
Schnitzelessen bei Frau Kühnle auf wundersame Art gestärkt. Überhaupt war die Zeit im Kleintierheim für die Abteilung kameradschaftlich und sportlich eine gute Zeit. Doch auch Tiefschläge waren zu verkraften. Beim Seilbahnunglück in Cavalese kamen einige Kameraden aus dem Gesamtverein ums Leben.
Ab 1972 war dann die Mettertalhalle unser Domizil. Nun hatten wir richtig Platz. Endlich konnten wir 6 Platten aufstellen, der Spielbetrieb blühte da dann nochmals richtig auf. In dieser Zeit entstand erstmals eine richtig gute Jugendmannschaft mit H. Abel, D.Renz, D. Rau, A. Englert, S. Kristen. Die meisten dieser Spieler sind noch heute dabei und bilden die Gerippe der aktiven Herrenmannschaften. Die neue Halle beflügelte die TT-Abt. ganz enorm. Spielerisch gab es einen richtigen Schub. Nach einem Kopf an Kopf Rennen mit den Knittlingern über die gesamte Saison konnten diese im letzten Spiel auf eigener Platte in glänzender Manier mit 9:5 besiegt werden. Das war die Kreismeisterschaft im Jahr 1973. Es spielten: J. Müller, M. Mayer, A.Tusch, M. Ballier, R. Palesch, A. Bareiß, V.Haefele. Im gleichen Jahr konnten die Spieler A. Bareiß, M. Mayer, A. Tutsch auch den Bezirkspokal gegen Asperg gewinnen. Zur Meister u. Pokalsiegerfeier wurden damals dann die bekannten „Flippers“ in die Mettertalhalle geladen.
Zwischen 1973 und 1986 sind nicht sehr viele Unterlagen vorhanden. 1977 wurde A. Tutsch Sieger bei der Vaihinger Stadtmeisterschaft ,W. Pfeiffer aus Enzweihingen wurde Zweiter und Dritter M. Mayer. Sieger im Doppel waren Tutsch / Mayer. Sportlich aufwärts ging es ab 1985 / 86 wieder. Wie 1973 gegen Knittlingen, so lag man 1985/86 die ganze Saison auf dem zweiten Platz hinter Ötisheim. Im letzten Spiel empfing man dann den ständigen Tabellenführer zum alles entscheidenden Spiel. Den Ötisheimern hätte ein Remis genügt. Der SVH musste auf eigener Platte unbedingt gewinnen um den Aufstieg zu schaffen. Es wurde eine denkwürdige und sehr dramatisch Partie. (sieheZeitungsausschnitt). Erst im letzten Doppel und im Entscheidungssatz hatte das Doppel M. Mayer / R. Palesch die besseren Nerven und siegten mit 21:17. Das Spiel endete dann mit 9:7 für Horrheim. Zu diesem Spiel waren rund 140 Zuschauer gekommen, bis zum heutigen Tage waren es nie mehr so viele. Leider! Dieser Sieg bedeutete den erneuten Aufstieg in die Bezirksklasse. Durch krankheitsbedingte Spielerausfälle ist man dann aber leider in der darauf folgenden Spielrunde sofort wieder aus der Bezirksklasse abgestiegen.
In den frühen 90er Jahren haben wir in der Mettertalhalle mehrmals die Vaihinger Stadtmeisterschaften ausgerichtet. Im Jahr 1991 sogar mit der höchsten Beteiligung von 130 Teilnehmern. Auch einige gut besuchte Jugendturniere wurden mit gutem Erfolg ausgerichtet. Doch die Zeit, bei der für eine Abteilung mit einem Turnier noch Geld zu verdienen war, ist leider vorbei.
Die TT-Abt. hat in der Vergangenheit auch wirklich schöne Ein und Zweitagesausflüge unternommen. Dies zeigen die auf den nachfolgenden Seiten gezeigten Bilder. Wir waren damals im Allgäu, im Bayr. Wald, im Elsass an der Mosel, am Main und am Bodensee. Da sind natürlich auch manch unvorhergesehene Dinge vorgefallen. So ist überliefert, dass Erhard mit seinem Ruderboot und den Insassen auf dem Bodensee von der Wasserschutzpolizei wegen ungebührlichem Betragen verwarnt wurde. Auch sollte er sein Kapitänspatent vorzeigen, das er immer noch nicht besitzt. Bei einem anderen Zweitagesausflug an die Mosel war einigen der Wein so in den Kopf gestiegen, dass Sie Sonntagmorgens in aller Eile aufgestanden sind, um zur Arbeit zu gehen. Bei einem Ausflug in den Bayr. Wald wurde der Willi mit seiner Maria vom Wirt in einem separaten Frühstücksraum gewollt oder ungewollt eingesperrt. Zwischenzeitlich sind sie aber wieder in Freiheit. Im Lamm hatte der „Charmeur“ Erhard mit Maria so geturtelt, dass der Sofa auf dem Balkon des Hotels zusammengebrochen war. Bei einem der berühmten Feste in der Blockhütte im Stromberg war viel Schnee gefallen. Manfred B. musste dann unbedingt mal für „Kleine Jungs“. Bei dieser Tätigkeit an einer Tanne ist er dann unglücklicherweise ausgerutscht. Er konnte dann gerade noch die Tanne umarmen, wurde dann aber vom herabfallenden Schnee fast verschüttet. Sein trockener Kommentar nach dem kalten Malheur mit erhobenem, halbamputiertem Finger : „Pinkeln ist „Sch...gefährlich“. Also man sieht, dass der Humor bei der TT-Abt. nicht zu kurz kam.
Weiter geht es in die späten 90 er Jahre und in´s neue Jahrtausend. Die TT.-Abt. desVfB Vaihingen und kurze Zeit später auch der TSV Aurich lösten ihre TT.- Abteilungen auf. Die Spieler wechselten dann in die verschiedensten Vereine des Stadtgebietes Vaihingen, einige kamen dann auch zum SV Horrheim.Das löste dann so etwas wie einen Boom beim SV Horrheim aus. Es kamen auch noch gute Spieler aus anderen Mannschaften zu uns. Wir konnten dann mit den neu hinzugekommenen Spielern R. Modenese, K. Hingar, K.Ballier, R. Könne, R. Mettke, H.Kilian, H. Siegwart, K. Frank, A. Rapp, S. Narden, V. Holzberger. wirklich aus dem Vollen schöpfen. Leider verliert sich dann der Flair
der alten Mannschaften die fast nur aus Horrheimer Spielern bestanden etwas. Die Teams wurden nun streng nach Spielstärke aufgestellt, was naturgemäß immer menschliche und kameradschaftliche Probleme in sich birgt. So blieben und bleiben diese kleineren menschlichen Verwerfungen auch von unserer Abteilung nicht fern. Einzelspieler die allein an der Platte stehen, denen während des Spieles kaum einer helfen kann, die allein den Gegner bezwingen müssen, neigen zu Egoismus. Sportlich ging es jedoch nun ständig bergauf. Konkurrenz belebt eben das Geschäft. So hatten wir so viele Aufstiege und Pokalsiege mit allen Mannschaften, dass man aufpassen muss, nicht den Überblick zu verlieren. Das soll jetzt aber nicht überheblich klingen. So ist unsere 3. Mannschaft aus der Kreisklasse B in die A-Klasse aufgestiegen und im Jahr 2003 sogar in die Kreisliga A. Für die Dritte spielten: K. Hingar, A. Rapp, M. Mayer, J. Philipp, M. Schmidt, Th. Götz. Im Jahr 2003 wurde sie auch Bezirkspokalsieger mit den Spielern K. Hingar, J. Philipp, A. Rapp. Unsere zweite Mannschaft schaffte 2003 mit 36:0 Punkten die Meisterschaft in der Kreisliga A und stieg damit in die Bezirksklasse auf. Dort hatten wir nun zwei Mannschaften platziert. Für die Zweite spielten: H. Abel, R. Modenese S. Dierolf, G. Glaser, K. Frank, R. Palesch, D. Rau. Die erste Mannschaft war nun aber gefordert und wurde im Jahr 2004 prompt Meister in der Bezirksklasse und stieg in die Bezirksliga auf. Für die Erste spielten:
R. Mettke, H. Kilian, R. Könne, D. Renz, G. Glaser. H. Siegwart. R. Modenese. Auch der Bezirkspokal mit den Spielern R. Mettke, G. Glaser, H. Kilian u. R. Könne konnte gewonnen werden. Der Erfolg wurde langsam unheimlich. Auch die Senioren 50 wurden 2004 Meister in der Bezirksliga. Die Mannen um H. Kilian hatten immer eine wild zusammengewürfelte Mannschaft am Start, die aber immer das Heft sicher in der Hand hielt. Für die Senioren 50 spielten: G. Glaser, R. Palesch, M. Mayer, R. Könne, H. Kilian, A. Rapp.
Im Jahr 2004 wurde dann die Mannschaft Ü50 aus der Bezirksliga zurückgezogen, da es sportlich nicht mehr höher ging. Man meldete für 2004/5 zwei Seniorenmannschaften bei den stärkeren Teams der Ü40 an. Die Ü50 jährigen müssen nun halt gegen die Ü40 jährigen ran. Wobei zu sagen wäre, dass eine Mannschaft aus formellen Gründen ganz unten anfangen muss. Das sind die Spieler um Mannschaftsführer R. Modenese, die nun natürlich verlustpunktfrei der Meisterschaft zustreben. Wermutstropfen gibt es neuerdings nun auch in unserer bisher makellosen Bilanz. Durch Abgänge von zwei guten Spielern sind unsere zweite und dritte Mannschaft ins hintere Mittelfeld abgerutscht und kämpfen dort gegen einen möglichen Abstieg. Der Verfasser sieht dies aber als eine gute Möglichkeit an, die Kameradschaft und die Zusammengehörigkeit der gesamten Truppe zu stärken. Die Erste Mannschaft hat aber weiterhin ihren Lauf. Sie spielt wirklich begeisterndes Tischtennis.
Jetzt, kurz vor Redaktionsschluss hat es unsere 1.Mannschaft doch geschafft. Sie sind Meister der Bezirksliga geworden und steigen in die Landesliga auf. Welch ein Erfolg, so hoch hat noch nie eine Horrheimer Mannschaft gespielt. Genau zum 50 jährigen Jubiläum, welch ein Timing. In der Erfolgsmannschaft spielten: R. Mettke, H. Kilian, V.Holzberger, H. Siegwart, D. Renz, R. Modenese, G. Glaser. Der Erfolg hat aber auch eine Verpflichtung, es muss noch härter als bisher trainiert werden, denn die kommende Saison wird durch Niederlagen die moralische Stärke der Truppe fordern. Doch ich bin sicher, wenn die Kameradschaft hält, wird auch der Erfolg bleiben.
Die Geschichte nimmt ihren Lauf. Im Grunde ist nur wichtig, dass uns der Spass am Spiel und die Kameradschaft für weitere 50 Jahre erhalten bleibt.
My.
10.10.2009 Bezirksliga Gruppe 2
|
SV Horrheim I – TV Grossbottwar I 7:9 Horrheim verliert zum Saisonstart Zuhause knapp mit 7:9 gegen den TV Grossbottwar I. mehr |